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boeni, 19. november 2002 - novembergedanken und bambule-räumung

das sind doch irgendwie eigenartige tage. die regierung versteht kein mensch, jeder versteht nur, dass sie so die wirtschaft nicht auf die beine bringt. das ist weder links noch rechts, sondern einfach nur bescheuert. und ausgerechnet die mehrwertsteuer will schröder nicht anfassen, dabei ist es a) allemal besser, konsum als arbeit zu besteuern und b) möglich, für luxusgüter höhere steuersätze einzuführen. meinetwegen auch für gesundheitsschädigendes zeug wie zigaretten (ich rauch ja nicht so viel). ein mediziner wird eingespannt, um uns zu erzählen, dass die RAF letztlich eine hirnkrankheit war. dass ulrike meinhofs tochter klagt, finde ich hervorragend, das ganze ist doch eine frechheit, auch wenn man für die RAF keine sympathien hat. gestern lief black box brd auf arte, und der satz im abspann machte mich wieder nachdenklich: keiner der 9 anschläge zwischen 84 und 93 ist aufgeklärt worden. habe neulich aus informierter quelle eine interessante hypothese gehört, nach der die RAF letztlich nützliche idioten gewesen sind für kreise, denen an einer vorübergehenden destabilisierung der bundesrepublik und anschließender verschärfung der inneren sicherheit gelegen war. das bka scheint immer recht gut über die lokalitäten der RAF informiert gewesen zu sein, denn es gab wohl einige länder-SEKs, die gescheitertete verhaftungen auf interventionen des bka zurückführten. agent provocateur: das bringt mich zum dritten punkt - den "krawallen" in hamburg. die lokalen medien gereichen unserer branche nicht zur ehre mit dieser peinlichen berichterstattung. ich war am samstag auf der "autonomen" demo, auf der ganz nebenbei halb st. pauli mitmarschiert ist (viele leute, die ich kenne). hatte gelegenheit, aus 10 m entfernung eine unsinnige polizeikette quer durch die abschlusskundgebung zu erleben. es kam, was kommen musste, die schwarzgewandeten tauchten auf und versuchten der aufforderung der demoleitung an die polizei, die kette abzuziehen, nachdruck zu verleihen. es flogen fäuste und schlagstöcke. vollkommen daneben. aber von der polizeitaktik kein wort in den hamburger blättern. was mich allerdings wunderte, war das gestylte outfit einiger "autonomer". direkt von der carhartt-modenschau. haben die soviel knete? wer bezahlt die eigentlich? am ende schill selbst? das passt doch. die bild ruft jetzt: "schill, wann bekommen sie die gewalt in griff?" der PDS-bundestagskandidat für St.Pauli und Mitte wird jetzt in der bild zur hassfigur aufgebaut. ganz nebenbei ist er türkisch-stämmig. das ist doch alles zum kotzen. lafontaines vergleich von schröder mit brüning lässt mich erschaudern. man möchte über die implikationen nicht nachdenken. wie empfindet ihr das, was gerade passiert? ist es nur eine verschwörungstheoretische überspanntheit von mir? sagt doch bitte was dazu.

weiter am 21. november 2002